An Aus
Benji saß auf dem Bett, die Beine leicht angewinkelt, und seine Blicke wanderten immer wieder zwischen Leah und Vane hin und her. Noch vor wenigen Stunden hatte er nicht gedacht, jemals wieder das Verlangen nach Musik zu verspüren, doch plötzlich äußerte er den Wunsch, eine Gitarre in die Hand zu nehmen. Warum genau, wusste er selbst nicht. Vielleicht war es die Ruhe in diesem Raum, vielleicht die geduldige Art von Leah und Vane oder einfach das Gefühl, endlich wieder sicher zu sein.
Als Leah ihm die Gitarre brachte, blieben ihm für einen kurzen Moment die Worte weg. Ihre einfache Geste berührte ihn, es war ein kleines Stück Vertrauen, das sich langsam wieder entwickelte. Vorsichtig umfasste er das Instrument. Das Holz fühlte sich vertraut an und erinnerte ihn an viele Nächte, in denen er mit seiner Band zusammensaß, Lieder schrieb und lachte.
Ein Schmerz durchfuhr ihn, als Bilder vor seinem inneren Auge auftauchten, der Van, die Gesichter seiner Freunde, die Stimmen, die für immer verstummt waren. Ein Moment lang wollte er die Gitarre weglegen, doch Leahs Blick hielt ihn auf. Ruhig, sanft und dennoch bestimmt. Kein Mitleid, nur Verständnis.
Er atmete tief durch und legte seine Finger auf die Saiten der Gitarre. Die ersten Töne klangen unsicher und zittrig, doch mit jedem Augenblick kehrte ein Stück Vertrautheit zurück. Eine leise Melodie erfüllte den Raum.
kein bekanntes Lied, lediglich eine spontane Folge von Klängen.
Gypsi und die Wölfin, hoben kurz den Kopf und lagen dann wieder still da und lauschten. Benji spürte, dass auch Vane aufmerksam zuh hörte. Leah saß neben dem Bett auf einem Stuhl und hörte auch interessiert zu.
Als der letzte Ton verklang, blieb Benji zunächst still. Die Gitarre fühlte sich schwer in seinen Händen an, und doch fühlte er sich irgendwie leichter. „Ich… dachte, ich könnte nie mehr Gitarre spielen," murmelte er nach einer Weile. "Aber vielleicht ist das genau das, was ich brauche, um weiterzumachen." Sein Blick wanderte zu Leah und dann zu Vane. Zwar lächelte er nicht, aber für einen kurzen Moment ließ die Anspannung nach. Zum ersten Mal seit dem Unfall fühlte er sich nicht vollkommen leer.
@Vane Dixon

Nachdem Vane geschlafen hatte, war er wieder fit. Er lächelte, als er zu Leah sah und wünschte ihr einen guten Morgen, obwohl es ja inzwischen schon Nachmittag war. Es war kurz nach 2 am Mittag. Aber Vane und einige seiner Männer hatten sich ja die ganze Nacht um die Ohren geschlagen, um diese Herde Untoter zu beseitigen. Das hatten sie getan und nun war die Gegend um die Psychatrie wieder sicherer. Natürlich liefen noch vereinzelt Untote herum, aber dafür sorgte ja regelmäßig eine Gruppe Reiter, die die Untoten beseitigten. "Hey..", sagte er leise, und küsste sie zärtlich. Dann wollte er wissen, wie spät es ist und warf einen Blick auf die Uhr. Er machte ihr den Vorschlag etwas zu essen und dann einen Ausritt zu machen. Vielleicht würden sie ja noch etwas Nützliches finden. Leah stimmte zu und die beiden standen auf und zogen sich an. Sie gingen zur Kantine, in der es lecker nach Essen roch. Vane war aber eher noch nach Frühstück, da er gerade erst aufgestanden war. Für den Fall, dass Leute lange unterwegs waren, wie die Gruppe, mit der Vane draußen gewesen war, stand immer in einer Ecke noch einige Frühstückssachen bereit, wie Müsli, oder Brot, das sich in einer Box befand. Vane und Leah machten sich etwas zum Essen und stellten später das Geschirr in den Geschirrwagen. Dann machten sie sich auf den Weg zum Stall, wo sie ihre Pferde aus den Boxen holten und sattelten. Toni hatte sich ja auch ausgeruht, also war auch er nicht mehr müde.
Dann machten sie sich zusammen auf den Weg in den Wald, wo Vanes Wölfin sich auch etwas jagen konnte. Leah meinte, dass Vanes Hengst heute sehr energiegeladen aussah. "Ja, Toni ist immer voller Energie....wusstest du nicht, dass ich ihn regelmäßig mit Duracell füttere..?", fragte Vane und lachte leicht. Auch Leah lachte und entdeckte Spuren von Wildschweinen. "Ja, das waren Wildschweine...ein Wunder, dass es noch Tiere gibt, nachdem eine so große Herde Beißer in der Gegend war...", sagte Vane und sie ritten leise weiter. Sie wollten die Tiere ja nicht verscheuchen. Ein Wildschwin käme der Gemeinschaft nur Zugute, denn das wäre zusätzliches Fleisch. Dann wurde Vanes Wölfin aufmerksam und fing an zu knurren. Das tat sie immer, wenn sie fremde Menschen witterte. Auch Gypsi witterte etwas und bellte kurz. Schließlich bemerkten sie hinter einem Baum eine Bewegung. Vane zog sein Gunblade und sie ritten um den Baum herum. An den Beum gelehnt, saß auf dem Waldboden ein Junge. Vane schätzte sein Alter zwischen 15 und 17 ein. Man sah, dass der Junge verletzt war, aber es war nicht zu sehen, ob er auch gebissen wurde. Vane und Leah stiegen ab und näherten sich dem Jungen. Leah sprach ihn an und der Junge hob langsam, vor Schmerz stöhnend den Kopf und erzählte, dass er und seine Band einen Unfall hatten und die anderen alle tot waren. Er hatte als Einziger den Unfall überlebt.
Leah redete freundlich und behutsam mit dem Jungen. "Hab keine Angst...wir bringen dich an einen sicheren Ort und kümmern uns um dich...", sagte Vane, der den Jungen dann vorsichtig auf den Arm nahm. Er setzte ihn auf Toni und schwang sich dann hinter dem Jungen auf den Rücken seines Hengstes. So konnte der Junge während des Ritts nicht runterfallen und sich an Vane anlehnen. Natürlich mussten sie nun langsamer zurückreiten. Vanes Wölfin nutzte das, um sich noch etwas zu jagen. nach einer kurzen Weile kam sie mit einem Fasan im Maul zurück. Leah sprach mit dem JUngen, während sie nach Hause ritten und Vane sah sich aufmerksam um, doch zum Glück war alles ruhig. Nur ein einzelner Untoter torkelte auf sie zu. Vane zog sein Gunblade und stach es dem Untoten durch den Kopf. Anschließend ritten sie weiter. Als sie Zuhause ankamen wurdne sie hereingelassen und stiegen ab. Vane half dem Jungen vorsichtig herunter und ein Mann kümmerte sich um die Pferde. Leah und Vane brachten den Jungen zur Krankenstation, doch die Ärzte waren gerade beschäftigt, also übernahm Vane die Behandlung des Jungen. Als Anführer dieser Gemeinschaft hatte er sich von seinen Ärzten einiges beibringen lassen, also wusste er, wie man Spritzen gab und auch Wunden vernähte. Er untersuchte den Jungen und machte sich dann an die Behandlung der Wunden, die er vorsichtig säuberte, desinfizierte und dann auch nähte, nachdem er die entsprechenden Stellen betäubt hatte. Leah unterhielt sich dabei mit dem Jungen, um ihn etwas abzulenken. Als Vane fertig war, deckte er die Wunden mit Pflastern ab. "Du hast richtig Glück gehabt, dass du relativ leicht verletzt bist...", sagte Vane und Leah gab dem Jungen auch etwas zu trinken. Als die Versorgung fertig war, brachten sie den Jungen rüber in das Krankenzimmer.
Es dauerte eine Weile, bis Benji, wie der Junge hieß, sich endlich entspannen konnte. Leah redete mit ihm und Vane hörte einfach nur zu. Seine Wölfin lag in der Ecke neben der Tür und fraß ihren Fasan. Schließlich fragte Benji nach einer Gitarre, die Leah ihm dann holte. Als sie wieder da war, gab sie ihm die Gitarre und er begann zu spielen. Vane lauschte den Klängen, während er am Fenster stand und sich gegen die Fensterbank lehnte. Als Benji zuende gespielt hatte, sah er zu ihm. "Das war wirklich wunderschön...vielleicht kannsst du öfter mal für die Leute hier spielen....sie würden sich sicher freuen....", sagte Vane und trat dann etwas näher. Jetzt solltest du dich aber etwas ausruhen und versuchen zu schlafen...Du hast schließlich einen nfall hinter dir und brauchst jetzt Ruhe, um dich zu erholen..Ich schicke nachher jemanden vorbei, der dir etwas zu Essen bringt....", sagte Vane und seufzte leicht, als Benji fragte, ob es hier auch andere Teenager gab. "Nein...tut mir leid....Es gibt hier zwar ein paar Kinder, aber nicht sehr viele und die sind alle unter 10...", sagte Vane und bemerkte Benjis enttäuschten und traurigen Blick. "Es scheint als hättest du dir was anderes erhofft...gibt es vielleicht noch jemanden, den du suchst...?", wollte Vane wissen und sah den Jungen fragend an.
@Benji
@Leah Rovia

Leah bemerkte sofort, wie Benji's Gesichtsausdruck sich veränderte, als Vane ihm erzählte, dass es hier keine anderen Teenager gab.
Plötzlich wirkte er ganz still, ließ seinen Kopf etwas sinken und zupfte etwas nervös an den Saiten der Gitarre. herum.
Es schmerzte, ihn so verloren zu sehen.
Sie sah ihn direkt an. Leah sprach sanft und beruhigend, als sie ihn dann weiter fragte,nachdem Vane schon versuchte hatte etwas zu erfahren. "Benji, suchst du vielleicht nach jemandem, den du kennst?"
Er blickte kurz auf und schien zu zögern. Leah lächelte ihm ermutigend an. "Es ist völlig in Ordnung, wenn du nicht sofort darüber reden möchtest. Aber wenn du jemanden vermisst, sei es Familie, Freunde oder jemand anderes, der dir wichtig ist,lass es uns wissen, ja? Wir hören dir zu und helfen dir, so gut wir es können."
Sie wollte ihm das Gefühl geben, dass er hier sicher und nicht alleine war. "Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es ist, an einem neuen Ort zu sein, ohne Gleichaltrige um sich zu haben. Aber du bist hier nicht ganz allein. Vane und ich sind für dich da, und die anderen sind auch nett. Du wirst deinen Platz hier schon finden."
Leah zog die Decke etwas höher, damit es ihm warm genug war. "Jetzt solltest du dich aber erst einmal ausruhen. Vane hat Recht.
Du hattest einen langen, anstrengenden Tag, und dein Körper braucht Ruhe, um wieder zu Kräften zu kommen."
Sie blieb noch einen Moment bei ihm sitzen, bis er sich bequem in die Decke kuschelte. Dann sah sie zu Vane. In Leahs Blick lag dieselbe Entschlossenheit, die sie auch in seinen Augen sah. Egal, was Benji erlebt hatte oder wen er suchte, sie würden versuchen ihm zu helfen.
@Vane Dixon
Benji schwieg einen Moment, während seine Finger nervös an der Gitarre herumzupften. Er spürte Leahs und Vanes Blicke auf sich. Er war unsicher, wie er anfangen sollte, aber es fühlte sich gut an, dass sie ihn einfach ansahen und warteten, ohne ihn zu drängen.
"Ja", sagte er schließlich leise. "Ich suche jemanden. Er heißt Victor."
Er zögerte kurz, als hätte er Angst, zu viel zu erzählen, doch Leah schaute ihn ruhig und verständnisvoll an, was ihm half, weiterzusprechen. "Wir kannten uns schon lange. Er war ein Freund … und später noch mehr."
Benji holte tief Luft, seine Stimme zitterte ein wenig. "Mein Vater wusste längst, dass ich auf Jungs stehe. Das war kein Geheimnis, auch nicht in der Schule. Aber er mochte Victor nicht. Er sagte, Victor hätte einen schlechten Einfluss auf mich und würde mich vom "richtigen Weg" abbringen."
Ein trauriges Lächeln huschte über Benjis Gesicht. "Er dachte, er tut mir einen Gefallen, als er mich weggeschickt hat. Auf ein Internat in Georgia, weit weg von allem. Ich sollte Abstand gewinnen. Doch alles, was er damit erreichte, war, dass ich alles verloren habe."
Er senkte den Blick und seine Hände zitterten leicht. "Victor wollte mich abholen. Er hat es mir versprochen. Aber dann kam der Ausbruch. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört."
Leah legte behutsam ihre Hand auf seinen Arm. "Benji, ich verstehe dich", sagte sie leise und sanft. "Ich weiß, wie es ist, wenn jemand, den man liebt, nicht akzeptiert wird. Mein Bruder Paul war oder ist auch schwul und hatte einen Mann, mit dem er verheiratet war."
Die beiden kannten sich bereits seit ihrer Teenagerzeit und hatten ständig mit Herausforderungen zu kämpfen in der Schule, mit Freunden, zu Hause. Besonders die Väter waren dagegen, und es sind schlimme Dinge geschehen, weil die zwei so waren."
Sie schien jedoch im Moment nicht näher darauf eingehen zu wollen, was genau passiert ist.
Benji blickte überrascht auf, während Leah leicht lächelte. "Unser Vater hat es nie wirklich verstanden. Er wollte nicht, dass Paul glücklich ist. Ich habe meinen Bruder schon lange nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich lebt er nicht mehr, genau wie der Rest meiner Familie."
Sie hielt kurz inne, blickte auf den Boden und dann wieder zu Benji. "Deshalb verstehe ich, warum Victor dir so wichtig ist. Wenn man jemanden liebt, lässt man ihn nicht einfach los, egal was passiert."
Benji fühlte, wie eine kleine Last von ihm abfiel. Es war ein gutes Gefühl, jemanden zu haben, der einen ohne Vorurteile verstand. "Ich weiß nicht, ob er noch lebt aber ich muss ihn finden,falls doch. Ich kann ihn nicht einfach aufgeben."
Leah nickte und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. "Das wirst du auch nicht. Vielleicht führt das Schicksal dich und Victor eines Tages wieder zusammen,wenn er überlebt hat."
Benji nickte langsam, und ein schwaches Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. "Danke, dass ihr mich aufgenommen habt" flüsterte er.
Dann machte er es sich gemütlich, kuschelte sich in die Decke und schloss die Augen. "Vielleicht träume ich heute von ihm", murmelte er und fühlte sich für den Moment wieder geborgen. Leah blieb noch einen Moment an seiner Seite, bis er eingeschlafen war, dann stand sie auf und ging zu Vane.
Ihre Blicke trafen sich, und Leah schenkte ihm ein sanftes Lächeln. Sie wischte sich hastig eine Träne weg und küsste ihn zärtlich. Es fiel ihr schwer, über ihren Bruder und den Rest ihrer Familie zu sprechen, da sie befürchten musste, dass sie vielleicht tot sind, möglicherweise sogar Joel, der vor einiger Zeit mit einem anderen Mann hier gewesen sein soll. Es war gefährlich da draußen und es konnte sovirles passieren was einen das Leben kosten könnte.
Als Leah und Vane sich voneinander lösten, bewegte sich die Wölfin mit den Resten ihres Fasans im Maul zur Tür, neugierig und wachsam, während Leah Gypsi vorsichtig auf den Arm nahm. Leah und Vane folgten leise der Wölfin, damit Benji ungestört weiterschlafen konnte. Leah blieb einen Moment an der Tür stehen und sah zurück zu dem Jungen, dann schloss sie leise die Tür.
Draußen, vor dem Krankenzimmer, atmete sie tief durch, ließ Gypsi auf den Boden und nahm Vanes Hand. Die Wölfin wartete auf dem Flur das Vane und Leah mitkamen. Gypsi wedelte mit dem Schwanz und winselte leicht. Vielleicht musste er mal raus um sein Geschäft zu erledigen.
Sie waren ja jetzt einige Stunden auf der Krankenstation gewesen.
@Vane Dixon

Vane hatte gemerkt, dass seine Antwort auf Benjis Frage nicht das war, was sich der Junge erhofft hatte. "Es scheint als hättest du dir was anderes erhofft...gibt es vielleicht noch jemanden, den du suchst...?", fragte er, jedoch ohne den Jungen zu einer Antwort zu drängen. Es dauerte auch nur wenige Minuten, bis Benji schließlich mit der Sprache rausrückte und ihnen von Victor erzählte. Benji erklärte ihnen, dass Victor für ihn mehr, als nur ein Freund war und outete sich auch gleich, als schwul. Vane hatte damit überhaupt kein Problem, denn er war zwar selbst heterosexuell, aber er hatte nichts gegen Homosexualität. Er fand daran überhaupt nichts Schlimmes, wie manche andere Leute, die sowas für unnormal und ekelhaft hielten. "Ahh....also ist Victor dein Partner...", sagte Vane nur und hörte weiter zu, als Benji erzählte, dass sein Vater ihn in ein Internat geschickt hatte, weil er mit der Beziehung von Benji und Victor nicht einverstanden gewesen war und Victor ihn von da abholen wollte, als der Ausbruch begonnen hatte. Dort war er aber wohl nie angekommen zuimdest nicht, während Benji noch dort gewesen war. Benji erzählte, dass er dann auch seit das Handynetz und alles andere ausgefallen war, nichts mehr von Victor gehört hatte. "Scheint so, als wären wir alle noch auf der Suche nach Freunden und Familie....", sagte Vane mit Blick zu Leah, die nach ihren Brüdern suchte, ebenso, wie er selbst, wobei seine Brüder nichts von seiner Existenz wussten. Er war das Ergebnis eines Seitensrpungs des Vaters gewesen und seine Mutter hatte ihn beim Wausenhaus ausgesetzt. Er wusste also nichtmal, wie es war in einer Familie aufzuwachsen.
Leah sprach behutsam mit dem Jungen und sagte, dass sie ihn verstand, da ihr Bruder Paul ebenfalls homosexuell war und erzählte ihm ein wenig über ihren Bruder. Leahs anderen Bruder kannte Vane ja und auch dieser Bruder war homosexuell. Das wusste Vane, weil er diesen schon kennengelernt hatte, als er vor einigen Monaten mit seinem schwer verletzten Freund vor dem Tor aufgetaucht war. Vane hatte ihm geholfen und Joel gerettet, als Joel wieder gesund gewesen war, waren sie weitergezogen, um nach ihrer Familie zu suchen. Vane hoffte sehr, dass die beiden sie gefunden hatten und dass er und Leah sie auch irgendwann lebend wiederfinden würden. Benji sagte, dass er Victor unbedingt wiederfinden musste, falls er noch lebte. "Und wir werden dir dabei helfen....Wir haben ein Funkgerät und unser Funker hat bereits den Auftrag immer wieder nach Paul zu fragen. Ich werde ihn damit beauftragen auch nach Victor zu fragen....vielleicht kriegen wir ja irgendwann eine Nachricht, wenn wir Glück haben....und ich kann auch meine Gruppen damit beauftragen die Augen offen zu halten, wenn sie auf Besorgungstour sind... hast du denn ein Foto von Victor..? Es wäre gut zu wissen, wie er aussieht, falls wir ihn sehen sollten...", sagte Vane und Beni nickte. Er gab Vane ein Foto, auf dem er und Victor zu sehen waren. "Danke, ich mach davon Kopien und geb es dir wieder...Dann kann ich die Kopien verteilen...", sagte Vane und hatte sowas auch schon mit den Fotos von Leahs Brüdern gemacht.
"Jetzt ruh dich aus und versuch zu schlafen...wir kommen später nochmal zu dir..", sagte Vane und verließ das Krankenzimmer. Während Leah noch etwas bei Benji blieb, machte er Kopien von dem Fotoschrieb Victors Namen darauf und legte diese zu den Besorgungslisten. Die Gruppen wussten, wozu die Fotos dienten und würden welche mitnehmen, um die Augen nach diesen Personen offen zu halten. Als er das erledigt hatte, ging er nach oben in sein Zimmer, wo Leah ein wenig später zu ihm kam. Er sah, dass ihre Augen feucht waren und sie wischte sich eine Träne weg, bevor sie ihn küsste. "Hey...sei nicht so traurig...Ich werde alles tun, um deine Brüder zu finden....wenn sie sind, wie du sie beschrieben hast, dann leben sie sicher noch und vielleicht haben wir ja auch einmal Glück und es geschieht ein Wunder, dass wir sie schnell finden...", sagte er, wobei er immernoch Angst hatte, das Leah ihn dann verlassen würde, aber damit würde er wohl leben müssen und die Zeit genießen, die er mit ihr hatte. Da Gypsi ein wenig unruhig wurde und winselte, entschieden die beiden nochmal rauszugehen, denn sicher musste Gypsi mal und auch Vanes Wölfin musste sicher auch nochmal raus, also nahm Vane sein Gunblade und machte sich mit Leah auf den Weg zu einem kleinen Spaziergang, bei dem sie allerdings Nahe bei der Psychatrie blieben.
@Benji
@Leah Rovia

Leah saß die ganze Zeit bei ihm, während Benji sprach. Sie konnte sehen, wie schwer es ihm fiel, all das auszusprechen ,die Angst, die Sorge um Victor und der Schmerz, den er mit sich herumtrug. Vane ging sehr behutsam mit dem Jungen um, und dafür war Leah dankbar. Sie wusste, dass es nicht selbstverständlich war, dass jemand so offen und verständnisvoll reagierte, besonders in einer Welt, in der Mitgefühl immer seltener wurde.
Als Benji schließlich zugab, dass Victor mehr als nur ein Freund für ihn gewesen war, lächelte Leah verständnisvoll. Sie konnte gut nachempfinden, wie es war, jemanden zu vermissen, den man liebte. Und sie wusste, dass Liebe in dieser Welt, egal in welcher Form, etwas war, das man bewahren sollte, nicht etwas, wofür man verurteilt werden sollte. Behutsam sprach sie mit ihm, erzählte von ihrem Bruder Paul, der ebenfalls homosexuell war, und wie sehr sie ihn vermisste. Sie wollte Benji zeigen, dass er nichts falsch gemacht hatte, dass Liebe immer etwas Gutes ist, auch wenn manche Menschen zu engstirnig sind, um das zu begreifen.
Während Vane versprach, dass sie nach Victor suchen würden, bewunderte Leah ihn für seine Entschlossenheit, immer zu helfen. Als Benji ihm das Foto gab, das ihn und Victor zeigte, hoffte Leah, dass er gefunden werden würde. In diesem kleinen Bild lag so viel Hoffnung, eine Hoffnung, die Leah nur zu gut kannte.
Nachdem Vane das Zimmer verlassen hatte, blieb Leah noch eine Weile bei Benji, bis der Junge eingeschlafen war. Dann stand sie leise auf und folgte ihm. Sie fand ihn oben in seinem Zimmer. Als sie eintrat, hob er den Kopf und lächelte sie an.
Leah bemühte sich, stark zu bleiben, doch der Gedanke an ihre Brüder und den Rest ihrer Familie nahm ihr den Atem. Paul, Jax, Joel und Will, sie hoffte inständig, dass sie noch lebten. Dass sie irgendwo da draußen waren, vielleicht genauso auf der Suche nach ihr, wie sie nach ihnen. Eine Träne rollte über ihre Wange, die sie schnell wegwischte, bevor sie sich zu Vane beugte und ihn sanft küsste.
"Hey… sei nicht so traurig" sagte er, bemüht, sie zu trösten. Seine Worte waren ehrlich, und sie spürte, wie sehr er sich anstrengte, ihr Mut zu machen. Leah legte eine Hand an seine Wange und schenkte ihm ein schwaches, aber warmes Lächeln. „Ich weiß… ich hoffe einfach, dass du recht hast,“ antwortete sie leise. Was sie tun würde, falls ihre Familie gefunden werden würde und sie nicht hier bleiben konnten oder wollten, vielleicht weil sie woanders ein Zuhause hatten, wusste Leah noch nicht. Sie wollte Vane nur ungern verlassen, um woanders zu leben, aber darüber wollte sie jetzt noch nicht nachdenken.
Als Gypsi unruhig wurde und winselnd an der Tür kratzte, musste Leah etwas schmunzeln. "Na gut, Kleiner, du hast recht, frische Luft tut uns allen gut." meinte sie sanft. Gemeinsam mit Vane machte sie sich auf den Weg nach draußen. Der Abend war ruhig, nur ein leises Rascheln der Blätter im Wind war zu hören,keine Untoten und auch keine anderen fremden Menschen. Gypsi lief fröhlich voran, und Vanes Wölfin folgte mit erhobenem Kopf, aufmerksam und wachsam wie immer.
Leah genoss die frische Luft, auch wenn am Himmel dunkle Wolken waren,vielleicht würde es bald regnen. Sie blieb dicht bei Vane.
So viel war ungewiss, so vieles verloren, aber in diesem Moment fühlte sie sich sicher.
Sie hoffte, dass es so bleiben würde.
@Vane Dixon
Vane hatte bemerkt, dass seine Antwort nicht das war, was Benji sich erhofft hatte. Er reagierte ruhig und verständnisvoll, gab ihm den Raum, den er brauchte, bis Benji bereit war zu reden. Und dann konnte Benji einfach nicht mehr schweigen. Die Angst, die Sehnsucht, die Ungewissheit wegen Victor. Schließlich erzählte er von ihm.
Er hatte erklärt, dass Victor mehr als nur ein Freund für ihn gewesen war. Dass sie ein Paar gewesen waren und sein Vater ihn deshalb auf ein Internat weit weg von Zuhause geschickt hatte, fernab von allem, was ihm wichtig war. Es fiel ihm schwer, die Worte auszusprechen, besonders vor Fremden, aber Vanes Blick blieb ruhig. Kein Ekel, kein Unverständnis, keine Ablehnung,nur echtes Mitgefühl.
Als Vane sagte "Ah… Also ist Victor dein Partner." zögerte Benji kurz, bevor er schließlich nickte. "Ja, genau. Er war mein Freund." Es fühlte sich merkwürdig an, das auszusprechen, jetzt, wo die Welt so war, wie sie war. Früher hatte er Angst davor, was andere über ihn denken könnten. Heute sorgte er sich nur noch darum, ob Victor überhaupt noch lebte.
Er hatte Vane und Leah alles erzählt, was passiert war, wie Victor ihn damals aus dem Internat holen wollte, wie der Ausbruch begonnen hatte und dass er seitdem nichts mehr von ihm gehört hatte. Es tat weh, die Erinnerungen auszusprechen, doch gleichzeitig war es eine Erleichterung. Leah erzählte ihm daraufhin, dass ihr Bruder Paul ebenfalls schwul war, und plötzlich fühlte er sich weniger allein. Sie war so freundlich, so ruhig und sprach mit dieser warmen, ehrlichen Stimme, die einem sofort das Gefühl gab, verstanden zu werden. Benji war ihr und auch Vane dankbar.
Als Vane ihm mitteilte, dass sie helfen würden, Victor zu finden, konnte Benji kaum fassen, was er da hörte. In einer Welt, in der jeder nur noch an sich selbst dachte, gab es Menschen, die bereit waren, ihm zu helfen. Er nickte und übergab Vane das Foto, das letzte, das er von Victor besaß. Es war abgenutzt, die Ecken leicht eingerissen, doch es bedeutete ihm alles. "Danke" sagte er nur, als Vane versprach, Kopien anzufertigen und sie an die Gruppen weiterzugeben.
Nachdem Vane das Zimmer verlassen hatte, blieb Leah noch eine Weile bei ihm. Irgendwann schlief er ein, erschöpft, aber mit einem kleinen Funken Hoffnung. Als er später wieder erwachte, war der Raum dunkel und still. Verschwommen erinnerte er sich an die Gespräche mit Vane und Leah, an Leahs sanfte Worte und Vanes ernste, aber freundliche Stimme. Und obwohl er allein war, fühlte er sich nicht mehr ganz so verloren.
Er dachte an Victor,an sein Lächeln, seine Stimme, die Art, wie er immer versucht hatte, ihn aufzumuntern, egal wie schlimm alles war. Benji drückte das Kissen fester an sich und flüsterte kaum hörbar "Ich finde dich. Das verspreche ich.“
Draußen hörte er das Bellen eines Tieres und glaubte, entfernte Schritte auf dem Weg wahrzunehmen.wahrscheinlich Vane und Leah, die mit ihren Tieren draußen gewesen waren und zurückkehrten. Für einen Moment stellte er sich vor, wie sie dort draußen spazieren gingen, Seite an Seite, in dieser zerbrochenen Welt, und trotzdem noch Hoffnung hatten.
Und auch er wollte wieder lernen, zu hoffen.
Vielleicht war das hier der Anfang eines halbwegs sicheren Lebens, und eines Tages würde er hier oder an einem anderen Ort mit seinem Freund Victor in Sicherheit leben. Mit diesem Gedanken schlief er dann wieder ein.
@Vane Dixon

Nachdem Benji ihm das Bild gegeben hatte, sah Vane es sich kurz an und machte sich dann auf den Weg, um es zu kopieren. Es gab hier zum Glück noch einige, funktionierende Computer und einen Drucker, Es gab zwar kein Internet mehr, aber Vane brauchte ja auch nur ein Bilderprogramm, mit dem er das Foto vergrößerte und druckte. Er machte einige Kopien und legte diese im Eingangsbereich auf einen Tisch, wo sich die Gruppen die Fotos mitnehmen konnten. Dann ging er wieder zur Krankenstation, um Benji das Foto zurück zu bringen. Als er dort ankam, gab er dem Jungen das Foto zurück und versprach nochmal, dass er alles in seiner Macht Stehende tun würde, um Victor zu finden. Das hatte er auch Leah versprochen, die ja immernoch ihre Brüder suchte, und würde sein Versprechen auch halten. Er würde alles tun, was er konnte, um die vermissten Brüder und Freunde zu finden. Da ihnen bisher keine Untoten über den Weg gelaufen waren, die auf die Fotos und Beschreibungen passten, hatte er die Hoffnung, dass alle noch am Leben waren und vielleicht auch an sicheren Orten, wie diesem hier lebten. Vielleicht würden sie ja irgendwann über das Funkgerät Glück haben, oder auf eine andere Weise.
"Ruh dich aus und versuch zu schlafen...wir kommen später nochmal wieder...", sagte Vane und verließ dann das Krankenzimmer. Leah blieb noch eine Weile bei Benji. Als sie später dann zu ihm kam, merkte er ihr an, dass die ganze Sache mit Benji und Victor sie auch an ihre eigene Familie denken ließ, die sie vermisste. "Sei nicht traurig....wir werden deine Familie finden...", sagte er zu ihr und sie hoffte, dass er recht hatte. Da Gypsi unruhig wurde, war es an der Zeit noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Vane nahm dazu sein Gunblade mit. Sie würden zwar nur eine Runde um die Psychatrie gehen, aber auch dort konnte immermal ein Untoter auftauchen, auch wenn Vane mit seinen Leuten die Gegend regelmäßig von Untoten säuberte.
Als sie losgegangen waren, lief Gypsi vorraus, sowie auch Vanes Wölfin, die sich allerdings aufmerksam umsah und auch die Ohren spitzte. Sie war immer sehr aufmerksam, wenn sie mit Vane draußen unterwegs waren. Es war schon dunkel, aber die Temperaturen waren noch angenehm. Das würde sich bald ändern, da der Sommer so gut, wie zuende war. Der Herbst war schon fast da und dann musste man sich auf den Winter vorbereiten. Am Himmel waren Wolken, weshalb man die Sterne necht sehen konnte. Die Wolken waren ziemlich dicht und Vane vermutete, dass es in der Nacht wohl regnen würde.
Sie genossen den kleinen Spaziergang und Vane hoffte, dass Leah dadurch wieder auf andere Gedanken kam.
Gerade als sie die Runde beendet hatten und Gypsi und auch Vanes Wölfin ihre Geschäfte gemacht hatte, fing es tatsächlich an zu regnen. Vane und Leah gingen schnell rein und auch die Tiere kamen schnell mit rein. Untote waren ihnen zum Glück keine begegnet. Auf dem Weg zu Vanes Quartier wollten sie, wie versprochen nochmal nach Benji sehen, also schlugen sie den Weg zur Krankenstation ein.
@Leah Rovia
@Benji

Benji hat sich bedankt!
Leah schlenderte mit Vane den Flur entlang, während draußen der Regen heftiger gegen die Fenster trommelte. Sie war müde und ihr Herz fühlte sich schwer an, doch der kleine Spaziergang hatte gutgetan. Die frische Luft, Gypsis ausgelassenes Herumtollen und die Stille der Nacht hatten sie ein wenig abgelenkt. Trotzdem kreisten ihre Gedanken immer wieder um Benji, Victor… und ihre eigenen Brüder.
Als sie an der Tür zur Krankenstation ankamen, hielt Leah kurz inne. Sie holte tief Luft, bevor sie eintrat. Drinnen war es angenehm warm und still. Benji lag auf dem Bett, in eine Decke gekuschelt. Sein Gesicht sah etwas entspannter aus, als hätte er vielleicht doch ein wenig Schlaf gefunden.
Leah ging leise ein Stück näher und warf einen kurzen Blick zu Vane, der ebenfalls den Jungen beobachtete. Ein schwaches Lächeln huschte über ihr Gesicht.
Leah dachte, Benji brauchte bestimmt das Gefühl, dass jemand in der Nähe war. Also setzte sie sich an den Bettrand und strich dem Jungen sanft über den Arm, damit er spürte, dass er nicht allein war..
Sie flüsterte sanft
"Wir sind zurück, Benji."
Während sie dort saß, hörte sie, wie der Regen draußen heftiger wurde. Doch drinnen fühlte sie sich geborgen. Vane war da, Gypsi und die Wölfin ruhten vor der Tür, und Benji hatte es warm und sicher.
Leah hoffte sehr, dass sie bald alle Vermissten finden würden, Benjis Freund und sie selbst, ihre Familie. Für den Moment blieb sie jedoch still an Benjis Seite und versuchte, ihm ein wenig Ruhe zu schenken.
@Vane Dixon
Benji schlief nicht richtig, sondern dämmerte nur vor sich hin. Seine Gedanken kreisten ununterbrochen um Victor, und jedes kleine Geräusch ließ ihn zusammenfahren. Als er schließlich leise Schritte hörte und Leahs Stimme erkannte, öffnete er langsam die Augen.
Der Raum war angenehm warm, und das Prasseln des Regens draußen wirkte fast beruhigend. Zuerst fiel sein Blick auf Vane, dann auf Leah. Sie wirkte müde, aber freundlich, und als sie sich zu ihm setzte, fühlte er sich gleich ein Stück sicherer.
Er zog die Decke fester um sich und richtete sich ein wenig auf. Als Leah ihm sanft über den Arm strich, schluckte er schwer, doch es tat gut, nicht allein zu sein.
"Ich… ich hab versucht zu schlafen." murmelte er leise. Seine Stimme war schwach und leicht brüchig. "Danke, dass ihr wiedergekommen seid." Sein Blick wanderte zu dem Foto, das Vane ihm zurückgebracht hatte und das nun neben seinem Kissen lag. Er legte eine Hand darauf, als könne es ihm Mut schenken.
"Glaubt ihr… wir finden ihn wirklich?" fragte er, ohne jemandem direkt in die Augen zu sehen. Er wollte selbstbewusst wirken, doch die Angst war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben.
Doch Leahs Nähe und Vanes stilles, beruhigendes Dasein ließen in ihm ein kleines bisschen Hoffnung aufkeimen. Benji rückte ein Stück zur Seite, als wolle er zeigen, dass er es schätzte, dass sie da waren.
"Es ist … gut, dass ihr hier seid" flüsterte er schließlich. Seine Augen wurden wieder schwer, und diesmal fiel ihm das Einschlafen ein wenig leichter.
Leise murmelte er noch ein "Gute Nacht", ehe er langsam einschlief.
@Vane Dixon

Joel verbrachte die Nacht auf dem Stuhl an Malcolms Bett. Er hatte viel zu viel Angst, um alleine in dieser Zelle zu schlafen. Sicher würde dann wieder dieser Mann kommen und sich dann vielleicht auch noch für seine Bestrafung an Joel rächen. Davor hatte Joel richtig große Angst und hoffte, dass sie irgendwie eine Möglichkeit finden würden, um von hier weg zu kommen. Während er auf dem Stuhl saß, versuchte er, es sich irgendwie einigermaßen bequem zu machen, was nicht wirklich möglich war, da der Stuhl recht hart war. Als Malcolm zwischendurch wieder wach wurde, merkte er, dass Joel sehr müde war, aber auf dem Stuhl sitzend, nicht schlafen konnte. Daher rutschte Malcolm ein wenig und lud Joel in sein Bett ein. Joel ließ sich nicht zweimal bitten und zog sich die Schuhe aus. Er legte sich zu Malcolm ins Bett und kuschelte sich eng an ihn heran. Er sah sich noch ein wenig um. Diego lag auf seinem Bett, aber schlief nicht. Joel vermutete, dass er das wohl auch nicht vorhatte und auf ihn, Malcolm, Tyler und Robby aufpassen würde. Joel küsste Malcolm zärtlich und machte dann die Augen zu.
Am nächsten Morgen wurden sie schon früh geweckt. Es gab sogar etwas zum Frühstück, wenn auch nicht viel. Es war ein Teller mit einigen belegten Broten. Die allerdings alle mit Wurst belegt waren. Joel sah sich den Teller genauer an, in der Hoffnung, vielleicht auch irgendwo ein Käsebrot zu finden und wurde tatsächlich fündig. Es gab auf dem ganzen Teller nur ein einziges Käsebrot. "Darf ich das essen..? Ich bin Vegetarier...?", fragte er und die anderen hatten nichts dagegen und aßen die Wurstbrote. "Joel sah sich das Käsebrot an und biss dann hinein. Es schmeckte nicht besonders toll, da der Käse schon etwas ranzig war. Da war die Tomatensuppe, die sie am Abend bekommen hatten, einiges Besser gewesen. Kaum hatten sie etwas gegessen, kamen allerdings einige Männer, die sie aufforderten mitzukommen und zwar alle. "Wohin..?", fragte Joel, doch bekam darauf keine Antwort. Dasa machte ihm ein wenig Angst, doch ihnen blieb nichts anderes übrig, als das zu tun, was man von ihnen verlangte. Joel half Malcolm und stützte ihn. Tyler, der sich kaum auf den Beinen halten konnte, wurde von Robby gestützt. Diego war wachsam, bereit sofort etwas zu unternehmen, sollte ihnen jemand was tun.
Sie wurden nach draußen geführt, wo ein Wohnmobil bereitstand. "Jesus....", sagte Joel, als er sah, dass auch Jesus hergebracht worden war. Joel sah sich um, doch seinen Bruder konnte er nirgends sehen. "Wo ist Jax...?", wollte er wissen, und einer der Männer meinte, dass der Arzt hierbleiben würde. Joel machte das große Sorgen, denn schließlich war Jax sein Bruder. Dann wurden sie aufgefordert in das Wohnmobil zu steigen. Die Männer meinten, dass sie nun frei waren, aber selbst zusehen mussten, wie sie nach Hause kamen. Einer meinte auch, dass sich ihre Waffen auch im Wohnmobil befanden. Diego half Robby dabei, Tyler ins Wohnmobil zu bringen. Da Tyler immernoch recht schwach auf den Beinen war, legte er sich in eins der Betten. Es gab nur zwei Betten. Das andere Bett, blieb erstmal frei. Diego und Robby setzten sich an den Tisch im Wohnmobil und Jesus und Malcolm setzten sich mit nach Vorne, da das Wohnmobil mit einer Fahrerbank aus. Auch wenn es Joel schwer fiel, seinen großen Bruder hier bei diesen Leuten zurückzulassen, blieb ihm keine andere Wahl. Da Jesus nervlich zu aufgewühlt war und die anderen im Moment nicht in der Lage waren zu fahren, übernahm das Joel. Diego machte zwar einen recht fitten Eindruck, doch Joel hatte ja gesehen, wie er von den Typen zugerichtet worden war. Sein linkes Auge war immernoch geschwollen und Joel schloss nicht aus, dass Diego vielleicht sogar einen Rippenbruch hatte. Aber Diego schien so einiges wegstecken zu können und das fand Joel bewundernswert. Joel versuchte den Weg nach Hause zu finden, doch das war alles andere, als einfach, denn entweder waren die Schilder nicht mehr lesbar, weil sie total verdreckt, bewachsen, oder gar nicht mehr vorhanden waren. Oft überlegten sie, welcher der richtige Weg sein könnte, doch dann stellte sich der Weg ständig wieder als falsch heraus. Joel hatte keine Ahnung, wo sie überhaupt waren. Ob sie schon in Virginia waren, oder immernoch in Georgia. Nachdem sie wieder einmal einen falschen Weg genommen hatten, hörten sie knurren und merkten, dass um sie herum überall Untote waren und sich auf das Wohnmobil zubewegten. Joel war klar, dass sie hier weg mussten, doch das war nicht so einfach, denn das waren nicht nur ein paar Untote, sondern eine ganze Herde. Joel gab Gas und fhur auch ein paar der Untoten um und über sie hinweg, was die Fahrt ein wenig holprig machte und auch ein paar Töpfe aus dem Regal fielen.
Nach einer Weile hatten sie die Herde hinter sich gelassen und konnten nun ruhiger weiterfahren, was Joel einmal durchatmen ließ. Allerdings machte er sich Gedanken um seinen Bruder, der immernoch in diesem Gefängnis bei diesen Leuten war. Er hatte Angst, dass die Jax umbringen würden, wenn er nicht mehr von Nutzen war. Jesus versuchte immer wieder Jax über das Walkie Talkie zu erreichen, doch bekam keine Antwort. "Vielleicht ist er immernoch mit der OP von diesem Blödmann beschäftigt und meldet sich, sobald er kann...", sagte Joel, der hoffte, dass es auch so war und die Jax nichts angetan hatten.
Schließlich erreichten sie einen alten Campingplatz mit einem See und Jesus schlug vor, eine Pause zu machen und Wasser zu holen und auch nach Essen zu suchen. Auch Joel stieg aus, um mit nach Essen zu suchen. Diego und Tyler blieben im Wohnmobil und passten darauf auf. Sie durchsuchten den Campingplatz zusammen, aber wurden nicht fündig. Immerhin hatten sie Wasser, das sie aus dem See schöpften und dann im Wohnmobil abkochten. Es gab im Wohnmobil einen kleinen Gasherd, an den auch eine Gasflasche angeschlossen war, doch sie wussten ja nicht, wie voll die noch war. Joel hoffte, dass es noch genug war, um das Wasser abzukochen. Jesus durchsuchte nun noch die Schränke hier im Wohnmobil und fand sogar 3 Beutel Tütensuppe, die er dann auch zubereitete, während Joel weiterfuhr. Er fuhr diesmal etwas langsamer, damit Jesus in Ruhe kochen konnte. Als die Suppe fertig war, hielt Joel an, um etwas essen zu können. Die Suppe schmeckte nach nichts, aber immerhin hatten sie etwas im Magen. Dann tranken sie auch etwas von dem Wasser, das Jesus abgekocht hatte und dann ging die Fahrt weiter.
Jesus versuchte wieder Jax zu erreichen, doch es kam weiterhin keine Antwort und das machte auch Joel große Sorgen, denn wer wusste denn, ob Mephisto Jax hatte töten lassen, nachdem er wieder wach war und erfahren hatte, was Jax getan hatte. Joel versuchte diesen Gedanken zu verdrängen und hoffte, dass Jax sich doch noch melden würde. Sie fuhren noch eine ganze Weile weiter, bis es dunkel wurde. Sie mussten irgendwas finden, wo sie die Nacht verbringen konnten und dann hoffentlich Morgen den richtigen Weg nach Hause finden würden, was ohne Karte und Schilder nicht einfach war. Schließlich erreichten sie eine Mauer, hinter der sich ein großes Gebäude befand. Joel hielt an und Jesus, Malcolm, Robby und Diego stiegen aus. Joel überlegte, denn irgendwie kam ihm dieser Ort hier bekannt vor. Inzwischen hatte es angefangen zu regnen, weshalb Joel wirj´klich hoffte, dass sie etwas für die Nacht finden würden, denn im Wohnmobil zu übernachten, würde ziemlich eng werden. Er fuhr dichter an das Tor heran und kurbelte auch das Fenster runter. "Ja, mir kommt das hier auch bekannt vor....", meinte Joel, als er hörte, dass Malcolm sagte, dass er hier schonmal gewesen war. Die Wachposten erkannten sie nicht und waren erstmal skeptisch."Wartet hier...", sprach einer und verschwand. Nach einer Weile kam er wieder mit jemandem, dessen Gesicht Joel kannte. "Vane...", rief er und freute sich, Vane wiederzusehen, da er ihm und Malcolm damals sehr geholfen hatte.
@Paul Rovia (Jesus)
@Malcolm Whitly
@Robby
Am Abend gingen Vane und Leah noch mit Gypsi und Vanes Wölfin spazieren. Man merkte, dass der Sommer schon so gut, wie vorbei war, denn die Bäume begannen bereits ihre Blätter zu verlieren. Bald würde alles wieder kahl und grau aussehen. Vane mochte den Frühling am Liebsten, denn er mochte es, wenn alles wieder zum Leben erwachte und die Bäume und Sträucher in bunten Farben blühten. Jetzt stand ihnen jedoch erstmal der Herbst und der Winter bevor und diese Jahreszeiten brachten auch oft schlechtes Wetter mit sich. Gerade, als die Beiden von ihrem Spaziergang zurück waren, begann es zu regnen. "Nochmal Glück gehabt... Das Wetter scheint ungemütlich zu werden...", sagte Vane und ging dann mit Leah nochmal zur Krankenstation, um nochmal nach Benji zu sehen.
Der Junge hatte versucht zu schlafen, was ihm wohl nicht so recht gelungen war. Vane hatte Verständnis, denn schließlich vermisste der Junge seinen Freund und die Ungewissheit, was aus diesem wohl geworden war, sorgte dafür, dass man nicht gut schlafen konnte. Leah ging es da nicht anders, denn auch sie suchte nach ihrer Familie. Vane tat alles, was in seiner Macht stand, um den Beiden bei der Suche helfen und vielleicht würde die Suche ihn ja auch zu seinen eigenen Brüdern führen, denen er bisher allerdings nie begegnet war und sie sicher auch gar nicht wussten, dass er existierte.
Als Benji sich bedankte, dass sie wieder zurückgekommen waren, nickte Vane leicht. "Aber klar...hier wird niemand einfach allein gelassen....", sagte Vane und seufzte leise, als Benji fragte, ob sie Victor wirklich finden würden. "Ich kann es dir nicht versprechen, aber ich werde alles tun, um dir bei der Suche zu helfen....", sagte Vane, denn er konnte ja nicht einfach etwas versprechen, was er vielleicht nicht halten konnte, denn niemand wusste, wo Victor war und ob er überhaupt noch lebte. Benji nickte und versuchte dann wieder zu schlafen. Diesmal schien es ihm sogar zu gelingen. Als der Junge schlief, verließ Vane mit Leah das Krankenzimmer und wollte es sich mit ihr eigentlich in seinem Zimmer gemütlich machen, als einer der Wachen zu ihm kam und meinte, dass Fremde am Tor waren. "Ich komme....", sagte er und wandte sich an Leah. "Warte bitte in meinem Zimmer. Wir wissen nicht, was das für Leute sind und ich möchte dich nicht in Gefahr bringen...", sagte er udn gab ihr noch einen zärtlichen Kuss. "Ich bin so schnell es geht wieer bei dir...", sagte er und machte sich mit der Wache auf den Weg zum Tor.
Am Tor angekommen, warf Vane einen Blick auf die Fremden. Der Regen erschwerte ein wenig den Blick. Einer der Männer, scheinbar der Anführer, bat um eine Übernachtungsmöglichkeit. Dann trat ein weiterer Mann vor, den Vane schließlich erkannte. "Malcolm...? Bist du das...?", fragte Vane und als Malcolm ihm das bestätigte, wollte Vane wissen, wo Joel war. Malcolm erklärte ihm,. dass er am Steuer des Wohnmobils saß. Das war leider wegen dem Regen und der Dunkelheit kaum zu erkennen. "Ist okay....lasst sie rein...", sagte er zu den Wachen, die daraufhin das große Tor öffneten. Vane verließ den Wachposten, um die Neuankömmlinge zu empfangen. Als das Wohnmobil das Tor passiert hatte, wurde dieses wieder geschlossen. Als auch Joel ausstieg, begrüßte Vane ihn und Malcolm mit einer Umarmung. Hey, ihr Beiden...es ist schön euch wiederzusehen....", sagte er und musterte dann Jesus, wobei ihm die extreme Ähnlichkeit zu Malcolm auffiel. "Moment mal.....du siehst aus, wie Malcolm..nur mit längeren Haaren und Bart....Dann musst du Jesus sein....", mutmaßte Vane, was Jesus ihm dann auch bestätigte. "Vane,,, wir haben auch noch zwei Leute dabei, die vielleicht zu deiner Familie gehören....auf jeden Fall heißen die beiden auch Dixon, sowie du...", sagte Joel, was Vane neugierig machte. Dann kam auch Diego aus dem Wohnmobil und Vane fiel die Ähnlichkeit zu einem alten Foto auf, das er von Merle und Daryl hatte. "Daryl....?", fragte Vane, doch Diego schüttelte den Kopf und sah Vane verwirrt an. "Sein Name ist Diego...er kann nicht sprechen..", sagte Joel udn nahm Malcolms Hand. "Ich denke, das können wir auch in Ruhe alles drinnen besprechen, bei einer Tasse Tee..."; schlug Vane vor, dem dann auffiel, dass Jesus seine Wölfin ansah. "Ach, das ist übrigens mein Mädchen...wer nett zu ihr ist, zu dem ist sie auch nett...", sagte er und wandte sich dann an Jesus. "Habt ihr Verletzte dabei...?", fragte Vane, was Jesus bestätigte. "Ja, einen Jungen, der mit einer Peitsche schwer verletzt wurde und noch etwas schwach auf den Beinen ist. "Okay...ich sorge dafür, dass er zur Krankenstation gebracht wird... Da kümmern sich meine Ärzte um ihn und Benji frut sich sicher über Gesellschaft...", sgate er und wies zwei seiner Männer an, den verletzten Jungen im Wohnmobil zur Krankenstation zu bringen. "Ihr habt bestimmt auch Hunger...in unserer Kantine gibt es gerade das Abendessen...da könnt u´ihr euch bedienen....ach und da ist auch noch eine junge Dame, die sich sicher freuen wird, dass ihr da seid....", sagte er und kaum hatte er das ausgesprochen, stand auch schon Leah vor ihnen, die neugierig geworden war, wer die Fremden waren. Nun stand sie vor ihren Brüdern und konnte kaum glauben, dass sie wirklich hier waren.
@Paul Rovia (Jesus)
@Malcolm Whitly
@Leah Rovia

Paul Rovia (Jesus) und
Malcolm Whitly haben sich bedankt!
Malcolm hatte zwar in der vergangenen Nacht ein wenig an Joels Seite geschlafen, war aber trotzdem so müde wie schon lange nicht mehr. Während der Fahrt im Wohnmobil schlief er immer wieder kurz ein, weil ihm das alles zu schaffen machte. Angefangen hatte es schon mit der Panik während der Fahrt zum Gefägnis im Truck.
Er saß vorne neben Joel und Jesus, und die niederschmetternde Nachricht, dass Jax zurückgeblieben war, hatte auch ihn schwer getroffen. Er bemerkte, wie Jesus immer wieder auf das Walkie-Talkie blickte und seine Hände leicht zitterten. Malcolm kannte dieses Zittern nur zu gut. Bei Jesus war es wohl die Sorge um Jax und die Aufregung, bei ihm selbst jedoch eine Krankheit, die es auslöste. Die Angst und Anspannung hatte er auch in Jesus’ Stimme gehört, als endlich eine Antwort von Jax kam und ebenso die erneute Sorge, als später keine Antwort mehr folgte.
Malcolm versuchte, stark zu wirken, um Joel nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Doch selbst das Sitzen fiel ihm schwer. Jeder Ruck des Wohnmobils bei einem Schlagloch war für ihn unangenehm. Beim Durchqueren der Herde packte ihn leichte Panik, als das ganze Fahrzeug zu wackeln begann und dabei ein Topf laut polternd zu Boden fiel.
Als sie an dem verlassenen Campingplatz ankamen, war Malcolm so erschöpft, dass es ihm schwerfiel, aus dem Wagen zu steigen,trotzdem tat er es. Er wollte mit anpacken und nicht nur untätig herumsitzen. Er blieb nah bei den anderen, während sie die Hütten und verfallenen Wohnwagen durchsuchten. Doch der Platz war schon geplündert. Es gab hier nichts mehr.
Malcolm hatte mehrmals das Gefühl, beobachtet zu werden, auch wenn sie niemanden entdeckten. Als Jesus dann Wasser kochte und später sogar Tütensuppe fand, war Malcolm dankbar,es war die erste warme Mahlzeit seit gestern. Die Brote vom Morgen waren kaum essbar gewesen, und Malcolm hatte nichts davon gegessen. Joel fuhr inzwischen schon so lange, dass Malcolm bemerkte, wie erschöpft auch er war.
Die angespannte Stimmung war im Moment das Schlimmste im Wohnmobil. Man konnte Jesus’ Sorge um Jax fast greifen. Malcolm beobachtete, wie Jesus immer wieder zum Walkie griff, und jedes Mal, wenn keine Antwort kam, wurde das Schweigen erdrückender. Als sie in der Dunkelheit schließlich eine Mauer entdeckten, war es für Malcolm wie ein kleiner Funke Hoffnung. Sein Herz schlug schneller,nicht aus Angst, sondern aus Erleichterung. Wenig später stellte er fest, dass er diese Mauer kannte.
Er war schon einmal hier gewesen, damals mit Joel. Vielleicht war dies der Ort, an dem sie heute Nacht sicher sein konnten. Als Jesus sie zur Vorsicht mahnte, nickte Malcolm nur, doch innerlich hoffte er, dass sie nicht erneut aufbrechen mussten. Joel war völlig erschöpft, Tyler wirkte schwach, und auch Robby zitterte leicht vor Angst. Jesus war zwar körperlich in guter Verfassung, doch seelisch alles andere als stabil,das hatte Malcolm deutlich gespürt.
Langsam näherten sie sich dem Tor. Malcolm bemerkte, wie Robby sich hinter Jesus versteckte, und hörte die Stimmen der Wachen. Dann stellte er sich so ruhig wie möglich hin, hob die Hände und rief:
"Ich kenne diesen Ort. Ich war schon einmal hier mit meinem Freund Joel. Bitte helft uns!"
Der Regen prasselte nun stärker, Malcolm spürte, wie sein Hemd am Rücken klebte und die Tropfen sein Haar durchnässten. Vor Kälte und Erschöpfung zitterte er leicht am ganzen Körper, doch er hielt sich aufrecht. Er wollte nicht zusammenbrechen und zwang sich durchzuhalten.
Als sich schließlich eine weitere Gestalt oberhalb des Tores zeigte, hob Malcolm den Blick.
Es war Vane. Einen Moment lang vergaß Malcolm sogar seine Müdigkeit. Dieses Gesicht, diese ruhige Art,er kannte ihn. Der Mann, der damals Joel und ihm geholfen hatte. So viel Schlimmes war geschehen, doch nun stand endlich jemand vor ihm, der kein Feind war. Er wollte wissen, wo Joel war.
"Vane", sagte er erleichtert und erklärte ihm dann auf seine Frage hin, dass Joel im Wohnmobil ist.
"Er sitzt im Wohnmobil am Steuer." Malcolm deutete kurz in die Richtung und war erleichtert, als er hörte, wie Vane den Befehl gab, das Tor zu öffnen, um seine Familie, Freunde und ihn hereinzulassen.
Malcolm trat einen Schritt nach vorn und nahm Joels Hand, der nun neben ihm stand.
"Wir brauchen nur einen sicheren Ort für diese Nacht. Wir waren gefangen und sind entkommen. Jax … Joels Bruder ist noch dort. Weiterfahren können wir nicht mehr. Nicht heute."
Er sah Vane direkt in die Augen und erwiderte gern seine freundschaftliche Umarmung. Danach erwähnte Vane eine junge Frau, die sich wohl freuen würde, sie alle wiederzusehen.
Leah stand plötzlich ebenfalls draußen im Regen, die blonden Haare klebten ihr vom Wasser an den Seiten des Gesichts. Einen Moment lang schien sie kaum zu glauben, wer hier alles vor ihr stand. Ihr Blick wanderte zu Jesus, dann zu Joel und schließlich zu den anderen. Malcolm hatte sie noch nie zuvor gesehen, und sie war neugierig, wer dieser Mann war, der so sehr Jesus ähnelte, und zugleich vorsichtig, da sie die Lage noch nicht einschätzen konnte. Jesus war der Erste, der auf sie zuging, während der Regen von seinem Mantel tropfte und er leicht vor Kälte zitterte.
"Leah?“ fragte er leise.
Leah lief nicht sofort zu ihm, sondern blieb unsicher stehen. Dann ging sie langsam auf ihn zu, und Jesus zog sie fest in die Arme.
Malcolm stand etwas weiter hinten, das nasse Haar im Gesicht, und hielt Joels Hand. Er wirkte zunächst noch zurückhaltend und ruhig, beobachtete Leah genau, um zu sehen, wie sie auf ihn reagierte. Sie nickte ihm nur kurz zu, ihre Neugier deutlich in den Augen.
Schließlich wandte Leah sich der Gruppe zu. "Ihr müsst völlig erschöpft sein. Kommt rein, bitte,hier draußen ist es viel zu kalt und nass." Sie blickte zu Joel, dann zu Diego, Robby und Tyler, und schließlich wieder zu Malcolm.
Jesus legte einen Arm um Leahs Schultern, während Malcolm und Joel ihr dicht folgten. Diego bewegte sich auch vorwärts,ebenso Robby und Tyler.
Ein kleiner weißer Hund, der ebenfalls mit hinausgekommen war, schnupperte neugierig und lief neben ihnen her. Als die Tür des Hauptgebäudes hinter ihnen ins Schloss fiel, fühlten sich alle sofort ein Stück besser und sicherer. Hier konnten sie die Nacht in Sicherheit verbringen und bekamen in der Kantine etwas zum Abendessen, was wirklich verlockend klang. Malcolm vermutete, dass es hier frische, genießbare Lebensmittel gab und nicht halb verschimmeltes Brot sowie ranzige Wurst und Käse wie bei ihrer letzten Mahlzeit im Gefängnis.
@Joel Smith
Leah hatte anfangs versucht, in Vanes Zimmer zu bleiben, so wie er sie darum gebeten hatte. Doch die Unruhe wollte einfach nicht weichen. Irgendetwas stimmte nicht, das fühlte sie tief in sich.
Irgendwann hielt sie es einfach nicht mehr aus. Sie verließ das Zimmer, schlich den Gang hinunter und trat hinaus unter das Vordach, von dem aus man das Tor sehen konnte. Im Regen stand eine kleine Gruppe durchnässter Gestalten. Und obwohl sie die Gesichter noch nicht klar erkennen konnte, spürte sie bereits irgendwie, dass sich etwas in ihrem Leben gleich verändern würde.
Während sie sich langsam näherte, drangen Bruchstücke von Gesprächen zu ihr durch. Jemand sprach mit Vane, seine Stimme klang erschöpft und brüchig. Sie bemerkte, wie er etwas zitterte. Der Mann war sehr erschöpft, das sah selbst Leah auf den ersten Blick. Joel, ihr bester Freund, stand dicht bei ihm und hielt die Hand des Mannes. Vor ihnen sah sie dann Jesus, der ebenfalls gekennzeichnet war von Angst und Sorge.
Es war klar, dass sie eine echte Hölle durchgemacht hatten. Gefangen, dann entkommen und Jax zurückgelassen, fing sie einzelne Worte aus den Gesprächen auf. Leah schluckte schwer.
Der Wind wehte ihr die Haare ins Gesicht, und der Regen ließ sie unangenehm daran kleben, was ihre Sicht verschlechterte. Doch als sie näher kam, erkannte sie trotzdem Jesus und Joel. Der Kopf ihres Bruders hob sich, seine Augen blickten sie ungläubig an,ein Blick, der sie direkt traf.
Leah blieb stehen, und für einen Moment schien die Welt stillzustehen. Die meisten dieser Menschen waren nicht nur Fremde. Jesus trat einen Schritt auf sie zu. "Leah?" fragte er leise, fast ungläubig, während der Regen von seinen langen Haaren und seiner Kleidung tropfte. Leah atmete tief durch, ihre Kehle war wie zugeschnürt für einen Moment.
Tränen mischten sich mit dem Regen auf ihren Wangen. Langsam ging sie auf ihn zu, und erst, als sie direkt vor Jesus stand, löste sich etwas in ihr. Sie fiel in seine Arme, und er hielt sie fest, während auch sie ihn dann im Arm hielt.
Über seine Schulter hinweg warf sie einen Blick zu Malcolm und Joel. Beide waren still, durchnässt und erschöpft, doch Malcolm trug denselben Ausdruck im Gesicht, den Jesus immer hatte. Obwohl die beiden vom Typ her sehr unterschiedlich wirkten, war klar zu erkennen, dass sie Zwillinge waren. Joel stand dicht bei ihm, während Diego und Tyler etwas im Hintergrund blieben. Die beiden kannte sie nicht, dennoch würde sie ihnen freundlich begegnen. Der eine Junge wurde von zwei Männern fortgebracht, und der andere, der Leah irgendwie bekannt vorkam, folgte ihnen.
Leah löste sich langsam von Jesus, strich sich mit einer Hand über die Wange und blickte in die Runde. "Ihr… seid wirklich hier." brachte sie hervor. Es war kaum zu glauben, dass ihre Familie tatsächlich anwesend war. Sie sah zu Malcolm, und obwohl sie ihn kaum kannte, wirkte etwas an ihm seltsam vertraut. "Ihr müsst völlig erschöpft sein." sagte sie schließlich und atmete tief durch. "Kommt rein. Bitte. Hier draußen ist es viel zu kalt." Jesus legte sanft einen Arm um ihre Schultern. Malcolm und Joel folgten ihnen, Diego schloss sich ebenfalls an. Gypsi, ihr kleiner weißer Hund, lief neugierig nebenher, und natürlich waren auch Vane und seine Wölfin dabei. Leah nahm Vanes Hand und ging zwischen ihrem Bruder, der den Arm um sie gelegt hatte, und Vane ins Gebäude hinein.
Als sie gemeinsam eintraten und die schwere Tür hinter ihnen ins Schloss fiel, spürte Leah, wie ihre Anspannung etwas nachließ. Natürlich machte sie sich Sorgen, weil sie ja bruchstückhaft mitbekommen hatte, was mit Jax geschehen war, aber vielleicht würde er ja zurückkehren. Das hoffte sie sehr.
Ihre Familie war hier, nur Jax fehlte leider. Das die anderen machte sie aber schon schon etwas glücklich, und natürlich auch Vane. Sie würde selbstverständlich hier bei ihm bleiben oder nach einigen Tagen, vielleicht auch Wochen, zurückkehren. Leah war jetzt einfach neugierig, wie ihre Brüder,sowie auch Joel und Jax lebten, und wollte das unbedingt sehen.
@Vane Dixon
@Joel Smith
Jesus wusste nur zu gut, warum sich dieser Abschied schwerer anfühlte als alle zuvor. Wahrscheinlich würde er Jax lange Zeit nicht mehr wiedersehen, und das war für beide wirklich schlimm. Er hielt seinen Mann lange fest im Arm, weil er innerlich nicht bereit war, ihn loszulassen. Jax’ Kuss war vertraut, warm und wunderschön, doch etwas darin machte ihn unruhig. Als Jax ihm zuflüsterte, er solle sich bereithalten, nickte Jesus nur. Schließlich, als man Jax von ihm wegführte, zwang er sich, so ruhig wie möglich zu bleiben.
Das Walkie-Talkie, das er bekommen hatte, war seine einzige Verbindung zu Jax. Als es knisterte und Jax’ Stimme durchdrang, war er erleichtert, von ihm zu hören. Jesus antwortete sofort und sagte, dass sie unterwegs seien, ein Satz, der sich fast falsch anfühlte. Er war immer noch überzeugt, dass er bei Jax hätte bleiben müssen. Er war sein Mann, und er musste ihm beistehen. Doch zuhause wartete auch Tom, der seine Väter über alles liebte, und es war sicher gut für das Kind, wenn wenigstens einer wieder bei ihm war. Er hörte Jax sagen, dass er nachkommen würde und dass er ihn liebte.
"Ich liebe dich auch." sagte Jesus leise, während er hoffte, dass diese Worte ihren Weg noch durch das Rauschen fanden.
Die Fahrt von dort war angespannt, und kaum jemand sagte ein Wort. Alle rechneten mit dem Schlimmsten. Als das Walkie plötzlich nur noch rauschte, wurde Jesus’ Unruhe größer, und er machte sich ernsthafte Sorgen. Er versuchte es noch einmal, rief Jax’ Namen, fluchte leise, doch es kam keine Antwort. Schließlich steckte er das Gerät weg. Erst Stunden später stießen sie auf eine Mauer, die Malcolm vertraut vorkam, die der Moonlight-Kolonie.
Dort trafen Jesus und die anderen auf Vane, den Anführer, und kurz darauf auf jemanden, von dem sie nie gedacht hätten, sie wiederzusehen. Es war Leah, Jesus’ und Malcolms jüngere Schwester sowie Joels beste Freundin. Es tat gut, neue Freunde zu treffen und gleichzeitig ein vertrautes Gesicht zu sehen, auch wenn die Situation alles andere als gut war. Leah fragte nach Jax. Jesus zögerte einen Moment, bevor er erklärte, dass Jax zurückgeblieben war und ihnen so die Freiheit ermöglicht hatte. Leah fluchte leise, senkte den Blick und schwieg für einen Augenblick.
Vane und Leah begleiteten die beiden zur Kantine, wo sie gemeinsam zu Abend essen konnten. Leah setzte sich zu Jesus und den anderen. Als seine Schwester musste sie keine Fragen stellen, sie sah ihm sofort an, wie sehr ihn die Sorge um Jax belastete. Jesus erzählte ihr, dass das Walkie, das er bekommen hatte, nur noch rauschte und er nicht wusste, ob Jax noch lebte oder ob ihm etwas passiert war. Leah legte einen Arm um ihn und sagte leise, dass Jax zäh sei und schon Schlimmeres überstanden habe. Jesus wollte ihr glauben und nickte leicht.
Nach dem Essen bot Leah allen an, zu duschen, was sicher auch für Vane in Ordnung war. Sie wollte ihnen frische Kleidung und Handtücher bringen und die getragenen Sachen waschen lassen. Gemeinsam mit Vane, Gypsi und der Wölfin begleitete Leah Jesus und die anderen zu den Duschen und besorgte unterwegs frische Kleidung und Handtücher.
Sie verteilte sie an alle und ließ sie dann erst einmal allein, damit sie in Ruhe duschen konnten. Es gab hier einzelne Duschräume mit Duschvorhängen davor, was völlig ausreichte. Zwar hätte es ihnen wohl nichts ausgemacht, gemeinsam zu duschen, doch Jesus war froh, für kurze Zeit allein zu sein. Er zog sich aus und ging unter die Dusche.
Das lauwarme Wasser prasselte auf ihn herab und spülte den Schmutz der letzten Tage fort, doch die Angst in seinem Kopf blieb. Er lehnte sich an die Wand, schloss die Augen und dachte an Jax. Er hätte jetzt bei ihm sein sollen, war es aber nicht. Nachdem er sich gründlich gewaschen hatte, verließ Jesus die Dusche, trocknete sich ab, zog frische Kleidung an und sammelte die schmutzige Wäsche ein.
Seine Schwester hatte ihm gesagt, er solle sie vor der Tür in einen Wäschewagen werfen. Das tat er auch und wartete auf die anderen. Als diese ankamen, wurden sie alle in Zimmer geführt, in denen sie schlafen konnten,außer Robby und Tyler, die auf der Krankenstation waren.
Später saß er allein im Raum auf dem Bett, das Walkie-Talkie neben sich. Er lauschte und hoffte, Jax’ Stimme zu hören, doch es blieb still. Leise seufzte Jesus betrübt. Er vermisste Jax und überlegte, ob er versuchen sollte, den Weg zurück zum Gefängnis zu finden, um nach ihm zu sehen. Aber er wusste, dass es gefährlich war und Jax’ Plan zunichtemachen würde. Also blieb ihm nur zu warten und zu hoffen, dass Jax bald freigelassen würde und nach Hause käme.
@Jax Rovia
@Joel Smith
@Vane Dixon

Tyler teilte sich in der Nacht sein Bett mit Robby, denn er wollte nicht, dass Robby die Nacht auf dem Stuhl verbrachte. Joel legte sich auch zu Malcolm ins Bett, also konnte Robby sich auch zu ihm legen. Robby hatte ihm erzählt, dass er in der Toilette von drei Typen angegriffen worden war. Tyler war froh, dass ihm zum Glück nichts passiert war und die Ärztin dazugekommen war. Allerdings waren diese Typen auch hier auf der Krankenstation, weswegen Tyler Angst hatte, hier richtig zu schlafen, aber sie konnten auch nicht tagelang wach bleiben. Das war unmöglich. Tyler hatte Angst, dass die Typen sie angreifen würden, wenn sie schliefen. Tyler wusste einfach nicht, wie sie diese Nacht überstehen sollten, doch dann ließ Diego sie wissen, dass er in der Nacht aufpassen würde. Das beruhigte Tyler und er kuschelte sich an Robby, als sich sein Freund zu ihm legte und sie sich für die Nacht das Bett teilten. Robby war auch sehr vorsichtig und passte auf, dass er nicht an Tylers Verletzungen kam. Die taten immernoch sehr weh, doch Tyler hatte dafür Schmerzmittel bekommen, also spürte er die Schmerzen nicht so. Cyle hatte wirklich ganze Arbeit geleistet, aber Tyler schwor sich, dass er sich dafür eines Tages rächen würde. Vielleicht würde es ja irgendwann sogar einen Krieg geben, wobei Mephistos Leute unterlegen waren. Dann hätten er und Robby die Möglichkeit, sich Cyle vorzunehmen. Zu Zweit waren sie stärker und vielleicht waren sie bis dahin ja auch ein paar Jahre älter. Wer wusste das schon. Jetzt mussten sie es wieder einmal irgendwie schaffen aus diesem Gefängnis rauszukommen, wobei Tyler wahnsinnige Angst hatte. Beim nächsten Mal würde Cyle ihn ganz sicher zu Tode peitschen. Viel hatte ja auch jetzt nicht gefehlt. Hätte Tyler nicht das Glück gehabt, dass Diego sein Onkel war und dieselbe seltene Blutgruppe hatte, wäre er vielleicht an dem Blutverlust gestorben. Jetzt waren seine Wunden versorgt und er konnte sich darauf konzentrieren, wieder gesund zu werden.'
Als sich Robby zu ihm gelegt hatte, kuschelte sich Tyler an ihn heran und küsste ihn zärtlich. "Gute Nacht...", flüsterte er leise, wobei er sich nicht ganz sicher war, ob sie die Nacht viel schlafen würden, denn auch wenn Diego aufpasste, war die ganze Umgebung hier nicht gerade einladend, friedlich zu schlafen. Irgendwann gewann die Müdigkeit aber doch und Tyler schlief ein. Am nächsten Morgen wurden sie geweckt und aufgefordert, sich anzuziehen. "Warum...?", fragte er, eigentlich ohne eine Antwort zu erwarten, doch einer der Männer, die sie aufgefordert hatten, aufzustehen, meinte, dass sie das Gefängnis gleich verlassen würden. "Ist das ein Witz...?", fragte er, doch der Mann schüttelte den Kopf und forderte nochmals auf, dass sich die Leute, die aus Hilltop stammten, aufstehen und anziehen sollten. Tyler und Robby taten dann also, was verlangt wurde. Robby war sowieso angezogen und musste sich nur die Schuhe wieder anziehen. Tyler nahm sich die neuen Klamotten, die Juliet für ihn hingelegt hatte, denn die Sachen, die er angehabt hatte, waren nicht mehr brauchbar gewesen. Die hatten Cyle und seine Handlanger ihm zerrissen und zudem waren sie voll mit Blut, also nur noch was für den Müll. Tyler zog sich die neuen Sachen an und war ganz froh, dass Juliet Sachen ausgesucht hatte, die eine Nummer zu groß waren und nicht eng anlagen. Frühstück gab es nicht, da sie den Männern sofort folgen sollten. Das taten sie, denn etwas anderes blieb ihnen wohl nicht übrig. Tyler fragte sich, auf welche Weise sie das Gefängnis wohl verlassen würden. Entweder, in dem man sie jetzt alle erschießen würde, oder freilassen würde. Irgendwie bekam Tyler bei dem Gedanken Angst, denn dass man ihn und die anderen einfach so freilassen würde, glaubte er nicht so recht. Die Männer führten sie zum Tor, wo ein Wohnmobil bereit stand. Auch die anderen aus Hilltop sollten in das Wohnmobil steigen und Jesus kam auch dazu. Allerdings fehlte Jax, also musste er wohl was damit zu tun haben. Tyler bekam mit, wie einer der Männer zu Jesus sagte, dass sie frei waren und nach Hause fahren konnten. Ihre Waffen würden sich im Wohnmobil befinden. Tyler wurde von Robby gestützt, da er noch ziemlich schwach auf den Beinen war. Im Wohnmobil legte sich Tyler auf eines der beiden Betten. Das andere würde vielleicht Diego nehmen, denn der hatte ja die ganze Nacht nicht geschlafen, also musste er ja müde sein. Tyler fragte sich, was Jax getan hatte, damit sie nun freigelassen wurden, aber das würden sie sicher noch von ihm erfahren. Zumindest hoffte Tyler das, denn er wäre schlimm, wenn Jax nicht wieder nach Hause kommen würde. Vor allem für Jesus, dem man jetzt schon ansah, wie fertig ihn das machte, nicht mit Jax zusammensein zu können.
Als alle im Wohnmobil waren, fuhr Joel los. Nun war klar, dass Jax wirklich nicht mitkommen würde. Tyler hoffte allerdings, dass er noch nachkommen würde. Da sie nun wieder unter sich und auf dem Weg nach Hause waren, konnte sich Tyler endlich entspannen und schlief während der Fahrt ein. Das war auch ganz gut, da er sich von seinen Verletzungen erholen musste. Diego machte es sich auf einer der Bänke am Tisch bequem. Auch er machte die Augen zu, um sich etwas auszuruhen, doch er schlief nicht. Joel fuhr das Wohnmobil und sie waren eine ganze Weile unterwegs. Da Tyler nicht sehr tief schlief, bekam er nach einer Weile mit, dass sich Joel wohl völlig verfahren hatte. Das war nicht gut, denn als Tyler einen Blick aus einem der Fenster warf, sah er, dass es bereits dunkel wurde. Nach einer Weile stoppte das Wohnmobil. "Was ist los..?", fragte Tyler und Robby erklärte ihm, dass sie vielleicht einen Platz zum Übernachten gefunden hatten. "Das wäre gut....", sagte Tyler und hörte, wie Jesus, Joel und Malcolm draußen mit jemandem redeten. Kurze Zeit später stieg Joel wieder ein und fuhr das Wohnmobil durch ein Tor auf einen Hof. Robby meinte, dass sie nun wohl auch aussteigen mussten und half Tyler beim Aufstehen und Aussteigen. Kaum waren sie aus dem Wohnmobil gestiegen, kam ein Mann zu Tyler, der meinte, dass Vane gemeint hatte, dass hier ein kranker Junge wäre. "Das bin wohl ich...ich bin mit einer Peitsche geschlagen worden und hab davon Verletzungen auf dem Rücken. Der Mann, der sich als Matthias vorstellte, war Arzt und brachte Tyler dann zur Krankenstation. Robby durfte natürlich mitkommen. Auf der Krankenstation sah der Arzt nach Tylers Verletzungen Er machte den alten Verband ab, behandelte die Wunden und legte einen neuen Verband an. "Muss ich hierbleiben...?", fragte Tyler, der nicht besonders scharf darauf war, wieder auf der Krankenstation schlafen zu müssen. "Vorerst ja....so kannst du dich noch ausruhen, bis Vane euch Zimmer zugeteilt hat. Dann kannst du auch ruhig mit den anderen Gästen in einem Zimmer schlafen. Wenn irgendwas ist, kannst du jederzeit hierherkommen. Ein Arzt ist immer hier....", sagte der Arzt nett und brachte Tyler erstmal zu einem der Krankenbetten, wo er sich ausruhen konnte. Tyler war froh, als er erstmal wieder liegen konnte, doch die Nacht wollte er lieber mit Robby in einem Zimmer verbringen. "Die scheinen hier wohl okay zu sein...was hältst du von den Leuten hier...?", fragte Tyler seinen Freund, der leicht mit den Schultern zuckte und dann meinte, dass man sie erst noch besser kennenlernen musste. "Srimmt....wirklich vertrauen können wir nur unseren eigenen Leuten, aber ich hoffe wirklich, dass hier alle okay sind...", sagte Tyler und machte dann die Augen zu, um ein wenig zu schlafen.
@Robby

Robby hatte kurz gezögert wegen seiner Verletzungen, als ihm klar wurde, dass Tyler nicht allein schlafen wollte. Der Gedanke, dass Tyler verletzt, geschwächt und voller Angst die Nacht allein im Bett verbringen müsste, während er selbst auf dem Stuhl saß, war alles andere als angenehm. Als Tyler vorschlug, sich das Bett zu teilen, zögerte Robby zwar aus Angst, ihm wehzutun, doch am Ende überwog der Wunsch, ihm nahe zu sein. Er wusste, dass Nähe Tyler beruhigte und ehrlich gesagt brauchte er sie selbst genauso sehr.
Dass Joel sich zu Malcolm gelegt hatte, machte es einfacher, diese Entscheidung zu treffen. Robby erinnerte sich daran, wie er Tyler erzählt hatte, was ihm auf der Toilette passiert war,wie drei Typen ihn angegriffen hatten und er sich gewehrt hatte. Noch immer lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken, wenn er daran dachte. Er sah die Erleichterung in Tylers Augen, als dieser hörte, dass ihm körperlich nichts Schlimmes passiert war und die Ärztin rechtzeitig gekommen war. Trotzdem blieb diese unterschwellige Angst, denn die Typen waren ebenfalls hier auf der Krankenstation.
Robby sah Tyler an und merkte sofort, dass ihn diese Tatsache nicht losließ. Ihm selbst ging es genauso. Schlafen an einem Ort, an dem die eigenen Peiniger im selben Raum lagen, fühlte sich einfach falsch und gefährlich an. Als Diego schließlich sagte, er würde in der Nacht Wache halten, spürte Robby, wie sich die Anspannung etwas löste,bei Tyler und auch bei ihm selbst. Er wusste, dass Diego jemand war, dem man vertrauen konnte.
Als er sich zu Tyler legte, war er extrem vorsichtig. Jede Bewegung überlegte er sich zweimal, darauf bedacht, bloß nicht an die Verletzungen auf Tylers Rücken zu kommen. Er spürte, wie Tyler sich an ihn schmiegte, und legte schützend einen Arm um ihn. Dass Tyler trotz der Schmerzen Nähe suchte, war schön. Er konnte sich gut vorstellen, wie sehr die Wunden schmerzen mussten, auch wenn die Schmerzmittel sie etwas dämpften. In Robby kochte die Wut, wenn er an Cyle dachte. Er schwor sich still, dass er eines Tages stark genug sein würde, um Tyler noch besser zu beschützen und vielleicht auch, um zurückzuschlagen.
Auch Robby befürchtete dass es möglicherweise irgendwann zu einem Krieg zwisschen Hilltop und dem Gefähgnis hier kommen könnte,allerdings hoffte Robby das nicht. Zu zweit waren Tyler und er zwar stark aber dennoch wollte er das nicht. Hilltop war schließlich ein friedlicher Ort. Wenn sie dann älter,erfahrener und noch stärker waren, dann würde Cyle allerdings nicht mehr so leicht Macht über sie ausüben können.
Zuerst mussten sie hier raus. Allein der Gedanke, wieder bleiben zu müssen, jagte Robby einen Schauer über den Rücken. Er war sich sicher, dass Tyler ohne Diego kaum überlebt hätte.
Als Tyler sich an ihn schmiegte und ihm einen liebevollen Kuss gab, erwiderte Robby sanft. Das leise "Gute Nacht" ging ihm direkt ins Herz. Er blieb noch lange wach, lauschte den Geräuschen um sie herum und hielt Tyler fest, bis dessen Atem ruhig und gleichmäßig war. Erst dann erlaubte er sich, die Augen zu schließen,wenn auch nur halb. Wirklich tief einzuschlafen erlaubte er sich nicht.
Am nächsten Morgen wurde Robby unsanft geweckt. Die Aufforderung, sich anzuziehen, versetzte ihn sofort wieder in Alarmbereitschaft. Tylers Verwirrung konnte er nur zu gut nachvollziehen, als dieser fragte, warum. Als die Männer erklärten, dass sie das Gefängnis verlassen würden, traute Robby seinen Ohren kaum. Ein Teil von ihm rechnete damit, dass es nur ein grausamer Scherz war.
Er zog sich schnell seine Schuhe an, half Tyler, wo er konnte, und beobachtete jede Bewegung der Männer genau. Die neuen Klamotten, die Juliet für Tyler hingelegt hatte, erschienen ihm wie ein kleines Zeichen von Menschlichkeit nach all dem Grauen. Dass es kein Frühstück gab, störte ihn kaum, er wollte einfach nur weg von hier.
Der Weg zum Tor fühlte sich unwirklich an. Als er das Wohnmobil sah, schlug sein Herz schneller. Die Worte, dass sie frei seien und nach Hause fahren könnten, klangen wie etwas aus einem Traum. Trotzdem blieb die Angst. Robby stützte Tyler, weil er merkte, wie schwach er noch war, und half ihm ins Wohnmobil. Als Tyler sich auf eines der Betten legte, setzte Robby sich in seine Nähe, immer bereit, ihm zu helfen.
Dass Jax fehlte, beunruhigte ihn. Er warf Jesus einen Blick zu und erkannte den Schmerz in seinen Augen. Robby hoffte inständig, dass Jax ihnen folgen würde,alles andere fühlte sich einfach falsch an. Als das Wohnmobil losfuhr, legte Robby eine Hand auf Tylers Arm und war erleichtert, als dieser während der Fahrt einschlief.
Die Fahrt zog sich. Robby blieb wach, beobachtete Tyler und hörte den Gesprächen nur halb zu. Als es draußen dunkel wurde, bekam er ein ungutes Gefühl. Er merkte, dass Joel sich verfahren hatte, und als das Wohnmobil schließlich stoppte, erklärte er Tyler ruhig, dass sie wohl einen Platz zum Übernachten gefunden hatten.
Das Tor, der Hof dahinter,das große Gebäude und die fremden Menschen waren Robby etwas unheimlich. Robby blieb angespannt. Instinktiv stellte er sich ein Stück vor Tyler, als der Mann auf sie zukam und von einem kranken Jungen sprach. Auch als Matthias sich als Arzt vorstellte, ließ Robby ihn nicht aus den Augen. Er wich Tyler nicht von der Seite, während sie zur Krankenstation gingen.
Während der Arzt die Verbände wechselte, hielt Robby Tylers Hand, sprach beruhigend auf ihn ein und versuchte, ihm die Angst zu nehmen. Er bemerkte, wie erleichtert Tyler war, als er sich wieder hinlegen konnte, aber auch, wie sehr er hoffte, die Nacht nicht mit dem fremden Jungen der auch hier lag auf der Krankenstation verbringen zu müssen.
Als Tyler ihn fragte, was er von den Leuten hier hielt, zuckte Robby nur mit den Schultern. "Wir müssen sie erst besser kennenlernen. Vielleicht leben hier ja wirklich nur gute Menschen." Er wusste, dass Vertrauen Zeit brauchte, besonders nach allem, was sie erlebt hatten. Trotzdem hatte er ein vorsichtig gutes Gefühl. Er setzte sich neben Tyler, blieb bei ihm, während dieser die Augen schloss, und nahm sich vor, wachsam zu bleiben. Egal, wo sie waren,erwürde Tyler nicht allein lassen. Nicht in dieser Nacht. Und auch sonst nie.
@Tyler Dixon

Da Diego hier im Gefängnis niemandem vertraute und nachdem, was Robby auf der Toilette passiert war, beschloss er, hier kein Auge zuzumachen und auf die anderen aufzupassen, damit sie in der Nacht ein wenig schlafen konnten. Wer wusste denn, was der nächste Tag bringen würde. Schön wäre es natürlich, wenn sie irgendwie einen Weg finden würden, um von hier weg zu kommen.
Diego schaute sich in dem Krankenzimmer immer wieder mal um und hielt die anderen Patienten im Auge, denn das waren die, die Robby angegriffen hatten. Miese Feiglinge in Diegos Augen. Drei Erwachsene Männer, die auf einen Teenager losgehen konnten nur Feiglinge sein. Diego fragte sich, wie die sich einem Erwachsenen gegenüber verhalten hätten. Als sich Joel zu Malcolm ins Bett gelegt hatte und Robby sich dann auch zu Tyler legte, konnte Diego die Typen tuscheln hören. War klar, dass die ein Problem damit hatten, aber offen sagten sie es nicht. Offenbar trauten sie sich das wohl nicht, wenn andere Erwachsene dabei waren. DIego blieb die ganze Nacht wach und passte auf, dass niemand seinen schlafenden Freunden etwas tat.
Während er die ganze Nacht wach auf seinem Bett saß, machte er sich Gedanken um Julia. Er fragte sich, was sie machte und ob es ihr gut ging. Er vermisste sie sehr und hoffte, dass sich eine Möglichkeit fand, dass sie alle schnellstmöglich wieder nach Hause kamen. Die Nacht ging nur schleppend vorbei. Diego kämpfte immer wieder gegen die Müdigkeit an, in dem er aufstand und auf Socken im Zimmer umherlief, um niemanden zu wecken. Er machte kaum Geräusche und die anderen schliefen weiter.
Am nächsten Morgen trank er gerade etwas Wasser, als auf einmal einige von Mephistos Männern in das Krankenzimmer kamen und alle, die aus Hilltop stammten, aufforderten, sich anzuziehen und mitzukommen. Auch Diego fragte sich, was das jetzt sollte und als einer der Männer meinte, dass sie das Gefängnis heute verlassen würden, glaubte er, sich verhört zu haben. Er zog sich seine Stiefel wieder an und als sich auch die anderen angezogen hatten, folgten sie den Männern. Für Frühstück war offenbar keine Zeit mehr. Sie wurden zum Tor geführt, wo ein Wohnmobil bereit stand, in das sie einsteigen sollten. Einer der Männer meinte, dass ihre Waffen auch in dem Wohnmobil waren. Nachdem Robby mit Tyler eingestiegen war, stieg auch Diego ein und sah sich um. Er öffnete einen der großen Schränke und tatsächlich lagen darin die Waffen, die ihnen gehörten. Diego zog sich seinen Waffengürtel an und nahm seinen Colt in die Hand. Er prüfte, ob dieser noch geladen war und steckte ihn wieder in sein Holster. Dann setzte er sich auf die Bank am Tisch, während Joel, Jesus und Malcolm vorne einstiegen. Dann fuhr das Wohnmobil los.
Diego lehnte sich zurück und nickte während der Fahrt sogar ein wenig ein, denn endlich waren sie weg von dem Gefängnis, doch nur, weil Jax dafür gesorgt hatte und zurückgeblieben war. Diego hoffte, dass es Jax gut ging und er eine Möglichkeit fand, nachzukommen. Nach einiger Zeit hielten sie vor einem großen Tor. Allerdings war das nicht das Tor von Hilltop. Joel hatte sich völlig verfahren und nun brauchten sie einen sicheren Platz zum übernachten. Malcolm schien die Leute hier zu kennen, denn sie wurden freundlich begrüßt und hereingelassen. Sie stiegen aus und Malcolm und Joel redeten mit dem Anführer dieser Gemeinschaft. Diegos Blick fiel auf den weißen Wolf, der dem Anführer folgte. Der Anführer nannte das Tier 'sein Mädchen', also musste es ein Weibchen sein. Sie wurden als Gäste aufgenommen und zu einer Kantine geführt, wo es etwas zu essen gab. Diego hatte Hunger, denn außer ein wenig Tütensuppe hatten sie alle heute noch nichts gegessen. Diego staunte nicht schlecht, denn hier gab es sowas, wie ein kleines Bufett, bei dem man sich aussuchen konnte, was mann essen wollte. Es gab warme Gerichte, aber auch Brot und verschiedene Sachen, wie Käse Eier und auch Wurst zum Belegen. Die Wurst interessierte Diego allerdings nicht, da er, wie Jesus und Joel ebenfalls Vegetarier war. Er entschied sich für etwas von dem Kartoffelgratin und aß dazu auch einen Gurkensalat und etwas Brot mit frisch gemachter Kräuterbutter. Er hielt sich eher im Hintergrund und überließ Jesus und Malcolm die Verhandlungen, soweit sie zu Verhandlungen in Verfassung waren. Das Essen schmeckte wirklich gut und Vane meinte, dass die Küchenchefin eine ältere Dame war, die richtig gut kochen konnte.
Nach dem Essen gingen sie noch in Vanes Büro, wo sich Diego ans Fenster stellte und hinaussah. Er lächelte leicht, als Leah zu ihm kam. Er hatte mitbekommen, dass sie die vermisste Schwester von Jesus und Malcolm war und freute sich, dass die beiden ihre Schwester nun wiedergefunden hatte. Diego hatte auch mitbekommen, dass Vane erwähnt hatte, dass sie wohl Brüder waren. Das machte Diego neugierig und er würde später noch mit Vane darüber reden, denn Vane schien mehr über die Familie zu wissen, die ihn als Baby damals einfach in ein Heim gegeben hatten. Diego seufzte stumm. Leah fragte ihn, ob er Pferde mochte, woraufhin er nickte. In der Tasche mit den Waffen, war glücklicherweise auch seine Schreibtafel gewesen, also konnte er diese nun wieder benutzen. "Ja, ich liebe Pferde...vor dem Ausbruch hab ich als Pferdetrainer auf einer Ranch gearbeitet...", schrieb er auf die Tafel und gab sie Leah, damit sie es lesen konnte. Bei dem Gedanken musste Diego neben Julia auch an seinen Hengst denken, den ganz sicher nichts mehr in Hilltop gehalten hatte. Diego war mit diesem Tier so eng verbunden, dass der Hengst ganz sicher ausgebrochen war und nun auf der Suche nach Diego durch die Gegend streifte. Schließlich riss Leah ihn aus seinen Gedanken, als sie wissen wollte, ob er auch ein Pferd hatte. "Ja, ich hab einen großen Friesenhengst...habt ihr hier auch Pferde..?", schrieb Diego auf seine Tafel und gab sie Leah wieder zum Lesen. Leah meinte, dass sie hier auch Pferde hatten und sie Diego diese gern zeigen konnte, es aber besser war, wenn sie sich jetzt erstmal alle ausruhten, denn auch, wenn Diego versuchte, seine Erschöpfung zu verbergen, sah man es ihm deutlich an.
@Leah Rovia
@Paul Rovia (Jesus)
@Malcolm Whitly

Leah hatte schon als Kind gelernt, auf Kleinigkeiten zu achten. Bei Menschen,sowie auch bei Tieren.
Und bei Diego waren es nicht nur die dunklen Schatten unter seinen Augen, die ihr auffielen, sondern die Art, wie er dastand,stets ein wenig angespannt, als wäre Schlaf für ihn im Moment eher eine Pflicht als ein Bedürfnis. Seine Aufmerksamkeit war ungebrochen, selbst jetzt, wo sie in Sicherheit waren. Das verriet ihr mehr über ihn, als Worte es je gekonnt hätten.
Als er ihr die Schreibtafel reichte, nahm sie sie behutsam entgegen und las seine Worte. Ein Pferdetrainer. Ihr Blick wanderte zurück zu ihm, und es lag ein ehrliches, warmes Lächeln auf ihren Lippen. Das erklärte so vieles,die Ruhe in seinen Bewegungen, die Geduld, die er ausstrahlte, selbst nach einer schlaflosen Nacht.
"Das passt zu dir", sagte sie leise. "Pferde spüren, wenn jemand ehrlich ist."
Als er Friesenhengst erwähnte, wurde ihr Blick weicher. Sie stellte sich das Tier lebhaft vor,groß, stolz und mutig,mit großer Kraft, die Respekt einflößte. "Ich hoffe, ihm geht es gut", fügte sie ehrlich hinzu. "Und dass ihr euch bald wiederseht."
Leah folgte seinem Blick kurz zum Fenster hinaus, wo sich das Gelände der Gemeinschaft erstreckte. Hinter den Gebäuden lagen die Weiden und Ställe,die man von hier aus nicht sehen konnte. "Ja", antwortete sie schließlich auf seine Frage nach den Pferden. "Wir haben ein paar Pferde,einige haben die Bewohner mitgebracht,andere wurden draußen gerettet." Ein kurzes Schmunzeln huschte über ihr Gesicht. "Manche der Pferde sind misstrauisch,andere neugierig."
Sie gab ihm die Tafel zurück und betrachtete ihn noch einen Moment. Die Müdigkeit stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, egal wie sehr er versuchte, sie zu verbergen. "Du hast die ganze lettzte Nacht aufgepasst, oder?." fragte sie leise. "Man sieht es dir an."
Leah verschränkte locker die Arme, ihre Stimme blieb sanft. "Du musst hier gerade niemanden beschützen. Das übernehmen wir." Dann deutete sie mit einer kleinen Bewegung in Richtung Tür. "Es gibt ruhige Zimmer hier. Du kannst schlafen, ohne ständig Angst haben zu müssen. Ich verspreche es.." Jesus war ja bereits in einem Zimmer, ebenso wie einige der anderen, die mit ihm gekommen waren. Er würde sich später bestimmt noch einmal blicken lassen, doch Leah vermutete, dass er gerade lieber etwas allein sein wollte. Ihr Blick wurde etwas ernster und traurig bei dem Gedanken dass Jax bei irgendwelchen Fremden,nicht unbedingt guten Menschen zurückgeblieben war und Jesus nun alleine war.
Schließlich hellte sich ihr Blick dann aber wieder ein wenig auf. "Die Pferde laufen uns nicht weg." sagte sie mit einem leichten Lächeln. "Später, wenn du ausgeruht bist, zeige ich sie dir. Vielleicht tut es dir gut, wieder Pferde um dich zu haben."
Einen Moment lang blieb sie noch stehen, als wollte sie sicherstellen, dass ihre Worte angekommen waren. Dann nickte sie ihm ruhig zu.
"Fürs Erste bist du hier zu Hause, auch wenn nur bis morgen. Jesus, Joel, Jax und auch Malcolm, den ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte, sind meine Familie und ihr anderen gehört jetzt auch dazu. Also fühlt euch wie zu Hause."
Leahs Blick wanderte zu Vane, der ebenfalls im Raum war. Er wirkte entspannt, also schien es für ihn kein Problem zu sein, dass sie vorübergehend so viele Gäste hatten. Dennoch bemerkte Leah, dass ihn etwas beschäftigte. Vielleicht befürchtete er, sie würde nun weggehen würde, um bei ihrer Familie zu leben. Doch das hatte sie gar nicht vor, jedenfalls nicht dauerhaft. Sie wollte nur für ein paar Tage an den Ort, an dem sie alle lebten, um sich das anzusehen.
@Diego Dixon
@Vane Dixon
Während der Fahrt nach Hause, merkte Joel, dass Malcolm völlig erschöpft war, so wie wohl alle hier, denn so richtig Ruhe hatte im Gefängnis keiner von ihnen gefunden. Diego hatte die letzte Nacht gar nicht geschlafen und alle anderen wohl auch eher nur leicht, denn tief schlafen in einer feindlichen Umgebung, wo man Angst haben musste, jeden Augenblick angegriffen zu werden. Joel war selbst auch erschöpft, aber er musste fahren und wollte schnellstmöglich so weit weg von diesem Gefängnis weg. Es schmerzte ihn, dass Jax zurückgeblieben war und so gesehen seine Freiheit dafür geopfert hatte, dass sie nach Hause konnten. Joel hatte Angst, dass sein Bruder nun für immer bei Mephisto in diesem Gefängnis bleiben musste. Irgendwie musste es einen Weg geben, dass auch Jax wieder nach Hause kommen konnte. Joel hoffte das sehr.
Sie fuhren eine ganze Weile und ohne Karte, oder lesbare Wegweiser, war es ziemlich schwer den Weg nach Hause zu finden. Zwischendurch machten sie eine Pause in der sie nach was zu Essen suchten und Paul schließlich hier im Wohnmobil ein paar Tüten Suppe fand. Die kochte Paul und sie teilten sich die Suppe, die schon so alt war, dass sie ihren Geschmack verloren hatte. Joel hoffte nur, dass ihnen davon nicht auch noch schlecht werden würde. Als es dunkel wurde, mussten sie einen Unterschlupf finden, wo sie alle schlafen konnten. Irgendwann kamen sie bei einer Mauer an, die Joel nach näherem Hinsehen ziemlich bekannt vorkam. Er war hier schonmal gewesen. Schließlich fiel ihm ein, dass das die ehemalige Psychatrie war, in der Vane mit seiner Gemeinschaft lebte. Jesus, Malcolm; Robby und Diego stiegen aus. Joel blieb hinter dem Lenkrad sitzen und beobachtete, wie Jesus mit den Wachen redete. Von denen verschwand dann einer, der nach einer Weile mit Vane im Schlepptau wieder zurückkam. Malcolm begrüßte Vane, der wissen wollte, ob Joel auch dabei war. Als Malcolm auf das Wohnmobil zeigte, winkte Joel und lächelte etwas, denn Vane war ein guter Mensch und würde ihnen bestimmt für die Nacht eine Unterkunft geben. Schon nach kurzer Zeit öffnete sich das Tor und Joel konnte durchfahren. Als sie drin waren und das Tor wieder geschlossen worden war, stieg auch Joel aus. "Hi, Vane...ich bin so froh, dich wiederzusehen....", sagte Joel und begrüßte Vane mit einer Umarmung. "Wir haben uns total verfahren...können wir die Nacht hier verbringen....?", fragte Joel, woraufhin Vane nickte. "Aber natürlich...für ein paar Gäste und vor allem Leahs Familie ist hier immer Platz. "Leah...?", fragte Joel und machte große Augen, als seine beste Freundin tatsächlich aus dem Gebäude gelaufen kam. "Leah, oh mein Gott...", rief er und umarmte sie ebenfalls. "Ich hab dich vermisst...ich bin so froh, dass es dir gut geht...", sagte er und Vane machte dann den Vorschlag reinzugehen, damit sie in der Kantine etwas essen konnten. "Das ist eine gute Idee....wir hatten heute nur pfade Tütensuppe...", sagte Joel und seufzte, als Leah nach Jax fragte. Diese Frage beantwortete ihr Malcolm, der ihr erklärte, dass Jax zurückgeblieben war, damit sie frei sein konnten. Joel machte sich Sorgen um seinen Bruder und hoffte, dass Jax auch recht bald nach Hause konnte.
In der Kantine angekommen, roch es lecker nach frisch gekochtem Essen. Joel und Malcolm kannten hier ja schon alles, da sie vor einem Jahr, als alles angefangen hatte und Joel fast durch Messerstiche gesorben wäre, für einige Wochen hier gewesen waren. Und hätten Jesus und Jax nicht in Hilltop gewohnt, sondern draußen, dann wären sie sicher mit ihnen hierhergekommen, denn Vane war nett und gerecht und genauso ein guter Anführer, wie Jesus. Joel war sich sicher, dass die beiden Anführer gut miteinander klarkommen würden. Joel entschied sich am Bufett für den Gemüseeintopf und wollte sich gerade etwas davon nehmen, als er sah, dass da Auberginen drin waren. "Oh, dann doch lieber nicht...", sagte er und entschied sich dann lieber für den Kartoffelgratin, den sich auch Diego genommen hatte. Dazu nahm er sich auch noch etwas Salat und Brot. Da Malcolm ja auch Fleisch aß, hatte er ein wenig mehr Auswahl. Aber Joel hätte sich auch einfach mit etwas Brot und Frischkäse zufrieden gegeben. Hauptsache nicht mehr das ranzige Zeug aus dem Gefängnis. Das Einzige, was da okay gewesen war, war die Tomatensuppe gewesen, die sie auf der Krankenstation bekommen hatten. Hier war das Essen eindeutig besser.
Nachdem sie gegessen hatten, konnten sie sich ausruhen. Joel und Malcolm bekamen wiedet das Zimmer, das sie beim Letzten Mal auch schon hatten. Nun merkte auch Joel, wie erschöpft er war. Er zog sich bis auf die Shorts aus und legte sich mit Malcolm ins Bett. "Ich bin froh, dass wir immerhin hierher gefunden haben..Vane kann uns Morgen bestimmt Morgen helfen den richtigen Weg nach Hause zu finden...", sagte er und küsste seinen Freund sanft. "Aber ich mach mir morgen um Jax....was ist, wenn Mephisto ihn nicht gehen lässt...?", fragte er und bei dem Gedanken, dass er Jax vielleicht nie wieder sehen würde, spürte er, wie seine Augen feucht wurden. "Er kann ihn doch nicht einfach für immer gefangen halten....", sagte Joel und kuschelte sich enger an seinen Freund. Irgendwann siegte allerdings die Erschöpfung und Joel schlief ein.
@Malcolm Whitly
@Leah Rovia
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